Die Reaktivierung brachliegender Gewerbeflächen sowie die Sicherung und Neuansiedlung von Gewerbe sind die Schwerpunkte der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme. Insgesamt konnten bereits rd. 13 ha Gewerbefläche reaktiviert werden, am Ende der Entwicklungsmaßnahme – voraussichtlich im Jahr 2014 – werden es rd. 17 ha sein. Zusätzlich wurden rd. 5,5 ha Gewerbeflächen neu ausgewiesen, so dass es im Entwicklungsbereich Babelsberg am Ende der Entwicklungsmaßnahme rd. 40 ha gut erschlossener Gewerbeflächen gibt.
Der treuhänderische Entwicklungsträger konnte durch Ankauf von Flächen, Neuordnung und Erschließung bisher rd. 7,7 ha Gewerbeflächen zum Kauf anbieten, von denen bereits 6,1 ha verkauft wurden oder kurz vor dem Verkauf stehen. So konnten bis heute 23 Unternehmen auf diesen neugeordneten Grundstücken am Standort Babelsberg angesiedelt werden.
Darüber hinaus wurden durch den Entwicklungsträger 18 Neuansiedlungen auf privaten Grundstücken gesteuert.
Durch die von der Stadt Potsdam schon lange gewünschte Errichtung eines Handwerker- und Gewerbehofes soll die Angebotslücke bei einfachen, preis-günstigen Mietflächen für Handwerk und Gewerbe geschlossen werden. Die Errichtung des Handwerker- und Gewerbehof erfolgt 2011 / 2012 und wird aus dem Treuhandvermögen der Entwicklungsmaßnahme Babelsberg gefördert.
Angesichts des akuten Neubaubedarfs an Wohnungen in Potsdam, hat in den letzten Jahren die Entwicklung potenzieller Wohnbauflächen auch im Entwicklungsbereich zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Im Bereich Garten-/Prager Straße wurden auf einer Fläche von rd. 5.400 m² neue Wohnbauflächen ausgewiesen, die die hier bereits vorhandene Wohnnutzung am Mitteldamm und an der Gartenstraße erweitert. Die brach liegenden, vorher gewerblich genutzten Flächen wurden Anfang 2008 durch den Entwicklungsträger erworben und im folgenden Jahr beräumt . Der für eine Mehrfamilienhaus-bebauung vorgesehene Grundstücksteil an der Gartenstraße wurde bereits an einen Investor verkauft. Auf der verbleibenden Grundstücksfläche ist 2011 die Initiierung einer Bauherrengemeinschaft für die 12 dort geplanten Doppelhäuser vorgesehen.
Entlang des Horstweges sollen kurzfristig ebenfalls neue Wohnbauflächen entstehen, die die gründerzeitlich geprägte Wohnbebauung des südlichen Babelsberger Stadtgebietes fortführen und zusätzlichen Wohnraum im gefragten Wohnstandort Babelsberg bieten. Hierzu wurde bis 2009 ein 12.300 m² großes Areal durch den Entwicklungsträger sukzessive angekauft und 2010 beräumt . Das vorliegende Bebauungskonzept sieht für diese Flächen eine ausgewogene Mischung aus mehrgeschossigem Wohnungsbau und Doppelhäusern vor.
Weitere Potenzialflächen für Wohnungsbau befinden sich an der Heinrich-von-Kleist-Straße. Diese ermöglichen ebenfalls die Erweiterung eines bestehenden und funktionierenden Wohngebietes. Durch die Verlängerung der Heinrich-von-Kleist-Straße wurden neue Grundstücke erschlossen, für die bereits erste Planungen vorliegen. Die Einfamilienhäuser am Baberow und am Mitteldamm werden in der bestehenden Form langfristig erhalten bleiben.
Das "Rückgrat" der Entwicklung stellt der Ausbau des Straßennetzes dar. Schließlich ist eine angemessene Erschließung die Voraussetzung für die Entwicklung zusätzlicher bzw. für eine intensivere Nutzung vorhandener Bauflächen.
Zu Beginn der Entwicklungsmaßnahme waren viele Straßen im Entwicklungs-bereich unbefestigt und wiesen keine Gehwege auf. Vor allem in Ost-West-Richtung fehlte eine Straßenverbindung völlig. Einige vorhandenen Straßen endeten ohne Wendemöglichkeit. Inzwischen wurden neue Straßen gebaut und bestehende Straßen ausgebaut und verlängert, so dass ein funktionierendes Straßennetz entstanden ist. Aufgrund der unbefriedigenden Erschließungssituation zwischen Horstweg und Fritz- Zubeil -Straße lag der Schwerpunkt der Straßenbau-maßnahmen in den Jahren 2001 und 2002 im westlichen Teil des Entwicklungs-bereiches. Die Schlüsselmaßnahme dafür war wohl der Bau der Rudolf-Moos-Straße als neue Ost-West-Verbindung mit direktem Anschluss an die Nuthe-straße. Diese grundsätzliche Neuordnung eines bestehenden Stadtgebietes wurde nur durch den Einsatz des Entwicklungsrechts ermöglicht. Die Gestaltung der öffentlichen Straßenräume leistet darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Stadtbildes.
Die erste Straßenbaumaßnahme innerhalb des Gebietes war die im Jahr 2000 durchgeführte Sanierung der Gartenstraße, die in ihrem östlichen Abschnitt erstmals beidseitig Gehwege und Bäume erhielt.
Im Jahr 2003 wurden die sogenannte verlängerte Fritz-Zubeil-Straße (das parallel zur Nuthestraße verlaufende Teilstück) und der Mitteldamm ausgebaut bzw. erstmalig befestigt. Darüber hinaus wurden die Heinrich-von-Kleist-, Walter- Klausch-Straße und der Baberowweg ausgebaut und verlängert.
In den Jahren 2011 und 2012 stehen der Ausbau der Prager Straße und des Kleewalls sowie der Neubau der verlängertenDieselstraße zur Erschließung der neuen Wohnbauflächen östlich des Horstwegs an.
Bei der Entwicklung von neuen Bauflächen sowie der Sicherung bestehender Nutzungen sollten die ökologischen Belange stärker berücksichtigt werden. Eine Vielzahl der gewerblich genutzten Flächen war bisher nahezu voll versiegelt und extensiv genutzt. Heute werden durch die Bebauungspläne Anforderungen an die Entsiegelung und Bepflanzung der Baugrundstücke sowie die Schaffung von Vorgartenzonen gestellt. Dies trägt zum einen zur Aufwertung des Stadtbildes bei, zum anderen dienen diese Maßnahmen der Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft, die durch eine intensivere Bodennutzung und vor allem die Inanspruchnahme von Kleingärten verursacht werden.
Zur Verbesserung der Fuß- und Radwegeverbindungen und zur verbesserten Grünvernetzung entstehen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung neue öffentliche Grünflächen und -wege. Auch außerhalb des Entwicklungsbereiches wurden Kompensationsmaßnahmen wie die Renaturierung des Tiefbauamtslagerplatzes und ein Regenwasserversickerungsgraben umgesetzt.
Die im Kleingartenentwicklungskonzept für den Erhalt vorgesehenen Kleingärten sind durch Festsetzung in den einzelnen Bebauungsplänen dauerhaft gesichert.